Wissenswertes für den Besuch von Schloss Dačice

Parken am Zamek Dačice

Ein großer Parkplatz liegt in der Nähe des Schlosses .

Barrierefreiheit auf Schloss Datschitz

Für Besucher mit Handicap gibt es barrierefreie Eingänge im Innenhof des Schlosses und im Park. Der Hof und ein Teil des Parks ist für Rollstuhlfahrer zugänglich. Der Rest kann mit Unterstützung besichtigt werden. Auch eine Besichtigung des Erdgeschoss des Schlosses ist so möglich. Eine Toilette ist barrierefrei.

Essen und Trinken

Im Nichtraucher-Café stärkt man sich nach der Schlossführung bei Kaffee und Kuchen. Bei schönem Wetter kann man auch vor dem Schloss platznehmen, wo es auch Möglichkeiten für Raucher gibt. Mehrere Restaurants liegen ganz in der Nähe des Schlosses Datschitz.

Haustiere

Haustiere, also vor allem Hunde, gehören im Park an die Leine.

Radtouristen

Fahrräder können im Innenhof abgestellt werden. Das Radfahren ist auf dem Gelände nicht erlaubt.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an die Betreiber des Schlosses:

https://www.zamek-dacice.cz/cs/informace-pro-navstevniky/kontakt

Führungen und Öffnungszeiten

Informationen über die Führungen auf Schloss Dačice und deren Inhalt sowie die Öffnungszeiten des Schlosses erhalten Sie hier. Tickets können Sie auf www.zamek-dacice.cz buchen, wobei eine vorherige Reservierung im Normalfall nicht notwendig ist.

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Korrektheit und Aktualität der Informationen.

Touren und Führungen durch Zamek Dačice

Das Schloss Dačice kann zu den offiziellen Öffnungszeiten von Frühjahr bis Herbst besichtigt werden. Die aktuellen Öffnungszeiten und Möglichkeiten zur Ticketreservierung sind auf https://www.zamek-dacice.cz/en/information-for-visitors zu finden.

An der 50-minütigen Führung durch Schloss Dačice dürfen bis zu 9 Personen teilnehmen. Die Führungen sind auch in englischer Sprache möglich, wobei es zusätzlich kostenlose Texte in Deutsch gibt.

Was ist während der Führungen auf Schloss Dačice zu sehen?

Die Besichtigungstour umfasst sowohl die gesellschaftlichen Räume im Erdgeschoss des Schlosses Dačice als auch die Privatgemächer im ersten Stock, in denen man viele persönliche Gegenstände aus den Zeiten der Familie Dalberg bewundern kann. Insgesamt sind 21 Zimmer für Besucher geöffnet. Zu den Besonderheiten gehören das außergewöhnliche Treppenhaus im Empire-Stil und sehr große, wertvolle Bibliothek. Außerdem sind die wertvolle Gemäldegalerie und die naturkundlichen Sammlungen erhalten.

Das Erdgeschoss von Schloss Datschitz

Im Erdgeschoss erwarten den Besucher die Repräsentationsräume und die beeindruckende Ahnengalerie der Adelsfamilie von Dalberg. Sie zeigt Porträts von Familienangehörigen aus der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert. Auf einem großen Gemälde ist dargestellt, wie Wolf von Dalberg auf der Engelsbrücke in Rom zum Ritter geschlagen wird. Die imposante Atmosphäre des Speisesaals wird noch gesteigert durch die typischen Barockporträts der Edlen von Schönborn. Die Porzellansammlung in der achteckigen Vitrine ist ebenfalls sehenswert.

Die Treppenhalle

Die Treppenhalle mit dem Aufgang zu den Privatgemächern ist ein wahres Meisterstück im Empire-Stil, welches man in dieser Dimension und Ausführung in ganz Europa kaum zu finden vermag.

Den Raum der Sammlungen haben die Dalbergs nach dem Tod von Friedrich Dalberg zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestaltet. Er war ein bekannter Naturwissenschaftler und Ornithologe, was sich in den Ausstellungsstücken niederschlägt.

Die kleineren Räume wurden mit Hilfe alter Inventarlisten und Fotografien originalgetreu nach ihren Vorbildern aus dem frühen 20. Jahrhundert rekonstruiert. Im Übrigen haben die Räume während der Rekonstruktion von 2010 bis 2013 ihr Aussehen aus dem 19. oder 12. Jahrhundert wiedererhalten.

Unter den Ausstellungsräumen befinden sich auch die Privatzimmer der ehemaligen Datschitzer Herren Friedrich Ferdinand von Dalberg und dessen Sohn Friedrich Egbert von Dalberg.

Die Bibliotheken

Die kleinere der beiden Bibliotheken (Biedermeier) enthält etwa 7.000 Bände. Noch beeindruckender ist die große Bibliothek mit rund 17.000 Bänden, die zwischen dem 16. und 20. Jahrhundert hauptsächlich in Deutsch, Französisch und Latein erschienen sind. Ausnahmsweise ist diese Bibliothek nicht im Empirestil eingerichtet, sondern wurde 1909 dem Zeitgeist entsprechend im späten Jungendstil eingebaut. Der Wiener Architekten Hans Prutscher und der Tischlermeister Leixner aus Dačice haben damit den Grundstein für einen der wertvollsten Räume des Schlosses gelegt.

 

Hinweis: Trotz gewissenhafter Recherche übernehmen wir keine Gewähr für Korrektheit und Aktualität der Informationen.

Geschichte des Schlosses Dačice und seiner Besitzer

1591–1610 Familie Krajířové z Krajku

Oldřich Krajíř aus Krajek ließ Zamek Dačice als Neubau im Renaissancestil errichten. Er beauftragte damit den italienischen Baumeister Francesco Garof de Bissone, welcher sich die damals modernen italienischen Stadtpaläste mit vier Flügeln um einen quadratischen Innenhof zum Vorbild nahm.

Oldřich Krajíř aus Krajek starb 1600. Oldřich Krajíř aus Krajek starb 1600. Nach seinem erbte seine Schwester Kateřina das Anwesen. Sie war ab 1598 die Witwe von Jan von Lipá und verheiratete sich später mit Wolf Dětřich von Althann.

1610–1620 Vilém Dubský von Třenbomyslice

Vilém Dubský von Třebomyslice kaufte Dačice für 106.000 Goldmünzen von Kateřina Krajířová und baute die Seitenflügel an.

Seine erste Frau war Johanka Vranovská aus Vranov. Später heiratete er Kateřina Zahrádecká aus Zahrádek. Dubský war ein sehr geschickter Geschäftsmann, der sich ein beträchtliches Vermögen erarbeitete. Allerdings wurde er durch die Schlacht am Weißen Berg enteignet und verlor seine Besitztümer, wogegen er sich heftig wehrte. Durch die Beschlagnahmung war Kaiser Ferdinand II. zwischen 1620–1622 Besitzer der Burg.

1622 – 1644 Berks von Dubá und Lipá

Im Jahr 1622 kaufte Lev Burian Graf Berka Schloss Dačice und ließ es möglicherweise renovieren. Dazu gibt es allerdings keine sicheren Quellen.

1626 erhielt sein Sohn Matyáš Ferdinand Dačice. Seine Mutter, Františka Hippolyta, Gräfin von Fürstenberg, weigerte sich nach dem Tod ihres Sohnes im Jahr 1644, das Grundstück an den anderen Zweig der Berks zu übergeben und übergab es stattdessen ihrem Neffen aus dem Hause Fürstenberg.

1644–1673 Familie von Fürstenberg

1644 war Friedrich Rudolf, Graf von Fürstenberg, Neffe von Františka Hippolyta, der Herr auf Datschitz. Er starb 1655. Ihm folgte Maximilian Franz, Graf von Fürstenberg, der Sohn Friedrichs.

In der Zwischenzeit gab es allerdings einen Rechtsstreit zwischen den Fürstenbergs, die Dačice zu dieser Zeit hielten, und den Berks, die Besitzansprüche stellten. Obwohl das Schloss im 17. Jahrhundert zweimal brannte und entsprechend beschädigt wurde, ließ es aufgrund der unklaren Eigentumsverhältnisse niemand reparieren.

1673–1714 Berková von Dubá und Lipá

Im Jahr 1673 übernahm František Antonín auf der Grundlage einer Entscheidung des Gerichts in Brno das Schloss Dacice.  Er heiratete 1706 Rosálie Gräfin Berková, Gräfin Kinská, starb allerdings im gleichen Jahr.

1714–1728 Václav Vojtěch z Vrbna a Bruntálu

Der Stiefbruder von Gräfin Rosálie Kinská übernahm mit Zustimmung der Familie Fürstenberg das Anwesen. Er lebte bis 1732 und leistete ebenso wie die Fürstenbergs keinen nennenswerten Beitrag zur Erhaltung und Gestaltung des Schlosses.

1728–1809 Familie von Ostein

Jindřich Karel z Osteinu (Jindřich Karel von Ostein) (1693–1742) kaufte das Herrenhaus 1728 für 426.000 Goldmünzen. Mit Hilfe des Architekten Francesco Camelli und des örtlichen Bildhauers Sebald Kölbl ließ er Modernisierungen und Erweiterungen im Stil des Barock vornehmen. Unter ihm wurde das Schloss auch endlich instandgesetzt.

Karel war zweimal verheiratet, zuerst mit Johanna Karolina von Berlepsch (1707–1737), danach mit Maria Klara von Eltz-Kempenich (1720–1786). Bei seinem Tod 1742 hinterließ er zwei minderjährige Söhne, Philipp Karl (1742–1766) und Karel Maxmilián (1735–1809).

Ab 1775 war dann Karel Maxmilián der der alleinige Eigentümer von Zamek Dačice. Er ehelichte Ludovika Charlotta v. Dalberg (1739-1805). Die Ehen der beiden blieb kinderlos. Vermutlich adoptierten sie ihren Neffen Friedrich Karl Anton von Dalberg.

1809-1940 Familie von Dalberg

Den Dalbergs ist das Schloss in der heutigen Form zu verdanken. Sie engagierten den Architekten Riedl aus Wien, um 1816 die Außenhülle im Stil des Empire umzugestalten. Etwa 15 Jahre später wurde mit Hilfe des Wiener Baumeisters Schleps auch die Innenarchitektur der Epoche angepasst. Aus dieser Zeit sind das phänomenale Treppenhaus und die Möbel erhalten. Die Dalbergs legten ferner wertvolle künstlerische und wissenschaftliche Sammlungen an. Ihnen ist auch ein Großteil der umfangreichen Familienbibliothek zu verdanken.

Der erster Dalberger auf Datschitz war 1809 Friedrich Karl Anton von Dalberg. Nach Anfechtung der Erbschaft durch die Osteinische Verwandtschaft durfte er das Gut zwar behalten, aber es wurde mit einer hohen Abfindung von 319.000 Gulden belastet, die er abzuzahlen hatte. Nach schwerer Krankheit starb er 1814 bereits im Alter von 30 Jahren. Er blieb der einzige in der Familie, dem der Grafentitel vergönnt war. Friedrich Karl Anton von Dalberg hatte keine Kinder.

Nach seinem Tod erbte der Bruder Karl Antons das Anwesen. Er hatte mit seiner Ehefrau Maria Kunigunda v. Vittinghoff-Schell einen Sohn namens Friedrich Ferdinand (1822-1908), der der nächste Herr auf Datschitz wurde. Ab 1908 trat sein Sohnes Friedrich Egbert (1863–1914I seine Nachfolge an.

1914, nach Friedrichs Egberts Tod, erbten seine Frau und zwei minderjährige Söhne, Josef (1906–1929) und Johannes Evangelist von Dalberg (1909–1940) das Schloss Datschitz. Sie wählten es auch bis zu ihrem Tod als Wohnsitz.

Nach 1935 wurde Johannes Evangelist der alleinige Besitzer, der 31-jährig kinderlos starb. Er war der Letzte in der männlichen Dalberg-Linie. Sein Erbe trat seine Cousine Maria Anna von und zu Dalberg. Sie war mit Prinz Franz Emanuel Konstantin zu Salm und Salm-Salm (1876–1965) verheiratet, wodurch die böhmischen Besitztümer in diesen Familienzweig gelangten.

1940–1945 Fantišek Karel ze Salm-Salmu (geb. 1917)

Fantišek Karel ze Salm-Salmu war der letzte private Besitzer von Zamek Dačice.

1945 Republik Tschechien

1945 wurde das Herrenhaus gemäß den Dekreten von Beneš verstaatlicht. Das Schloss wird heute vom Nationalen Denkmalinstitut in Prag über die Zweigstelle in České Budějovice, verwaltet. Seit 2003 gehört es zu den nationalen Kulturdenkmälern.