Blick über Trebitsch

Třebíč

Třebíč (dt. Trebitsch) erstreckt sich an den beiden Ufern der Jihlava im Böhmisch-Mährischen Hochland. Mit etwa 39.000 Einwohnern ist es eine Perle der Region mit reicher Geschichte. Eine Reise nach Trebitsch lohnt sich vor allem wegen der sehenswerten Architekturdenkmäler. Im Jahr 2003 wurden die wichtigsten Denkmäler von Třebíč in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen, nämlich die romanisch-gotische St.-Prokop-Basilika und das jüdische Viertel Zámostí zusammen mit dem jüdischen Friedhof. Beide Sehenswürdigkeiten zeugen vom jahrelangen friedlichen Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in der Stadt.

Der Park in Trebitsch
Die Parks in Trebitsch laden zu einem gemütlichen Spaziergang ein.

In Třebíč gibt es jedoch auch viele andere interessante Sehenswürdigkeiten und Sportattraktionen. Die natürlich schöne Umgebung wird von einem Netz aus Wanderwegen durchzogen, auf denen sich dem Wanderer herrliche Aussichten bieten. Sogar an Aussichtstürme wurde gedacht. Außerdem entwickelte sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten zu einem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum in Südwestmähren.

Geschichte

Schon am Anfang des 12. Jahrhunderts wurde Trebitsch erstmals urkundlich erwähnt. Die mährischen Fürsten Ulrich von Brünn und Litold von Znaim haben damals auf dem Gebiet der heutigen Siedlung ein Benediktinerkloster erbaut. Das Kloster Třebíč  gehörte sogar zu den wohlhabendsten Klöstern der Region. Im 13. Jahrhundert wurde im Ort die romanisch-gotische Basilika errichtet. Heute zählt sie zu den bedeutendsten Sakralbauten Europas.

Das jüdische Viertel fans schon Mitte des 14. Jahrhunderts schriftliche Erwähnung. Juden besiedelten Trebitsch zu jener Zeit als Handwerker. Sie durften bis Ende des 17. Jahrhunderts nur als Händler, Gerber, Geldverleiher und Alkoholhersteller beschäftigt sein. Nach dem die Juden die vollen Bürgerrechte erhielten, wanderten sie mehrheitlich in europäische Großstädte aus, während die Christen das ehemalige Judenghetto besiedelten und zu einem Arbeiterviertel machten.

Eingang zum jüdischen Viertel in Trebitsch
Das Bild zeigt den Eingang zum jüdischen Viertel in Trebitsch.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden die letzten jüdischen Bewohner ins Konzentrationslager deportiert. Die wenigen Überlebenden verließen das Land, sodass das Judenviertel langsam verfiel. Nach umfangreichen Restaurationen ist es inzwischen Weltkulturerbe und wird von zahlreichen Gästen besucht.

Sehenswürdigkeiten in Třebíč

Marktplatz und Stadtturm mit Turmuhr

Neben den Denkmälern aus der UNESCO-Liste des Welterbes verfügt Trebitsch über einen herrlichen Marktplatz. Am Karlsplatz stehen zahlreiche Barock- und Renaissance-Gebäude. Beliebt bei Besuchern ist Malovaný dům mit bunten Sgraffiti-Verzierungen. Vom 75 Meter hohen Stadtturm aus genießt man ein spektakulärer Blick über die Stadt. Die riesige Turmuhr soll eine der größten in Europa sein.

Schloss von Třebíč mit Museum

Das Schloss von Třebíč entstand aus einer ursprünglichen Benediktiner-Abtei. Heute beherbergt das Schloss das Museum der Böhmisch-Mährischen Höhe. Interessant sind im Museum vor allem die Weihnachtskrippen-, Tabakspfeifen- und Moldavitensammlungen.

St.-Prokop-Basilika

Die romanisch-gotische St.-Prokop-Basilika darf man in Trebitsch keinesfalls verpassen. Im 13. Jahrhundert erbaut, ist sie ein einmaliges architektonisches Beispiel vom Übergang zwischen Romanik zur Gotik. Ursprünglich war die Basilika der Heiligen Jungfrau Maria geweiht und ersetzte mit der Zeit das Benediktiner-Kloster.

Die romanisch-gotische St.-Prokop-Basilika
Die romanisch-gotische St.-Prokop-Basilika wurde in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen.

Während der Hussitenkriege wurde Trebitsch von Hussiten erobert und fast gänzlich vernichtet. Zum Großteil wurde auch die Basilika zerstört. Im 16. Jahrhundert  diente sie sogar als weltliches Adelsschloss. Im 18. Jahrhundert wurde die Kirche dem heiligen Prokop geweiht und bekam wieder den Status als Gotteshaus. Die großzügigen Restaurierungen erfolgten einmal durch den böhmischen Architekten František Maxmilian Kaňka und später durch den tschechischen Architekten Kamil Hilbert. Besonders wertvoll sind in der Kirche die Holzdecke in der romanischen Krypta, die gotischen Wandgemälde in der Abteikappelle, die Gewölbe des Priesterraums sowie die Rosette im Ostteil der Apsis. In der Basilika finden regelmäßig Führungen statt.

Das jüdische Viertel

Das jüdische Viertel von Trebitsch ist bekannt als eines der am besten erhalten jüdischen Gettos in Europa. Außerhalb Israels dürfte das Viertel Zámostí das einzige jüdische Denkmal dieser Art sein. Im jüdischen Viertel sind bis heute mehr als 100 Häuser sowie zwei Synagogen und das ehemalige Rathaus erhalten geblieben. Im Rathaus gab es auch ein rituelles Tauchbad namens Mikwe, welches zur symbolischen Reinigung der Gläubigen genutzt wurde.

Das jüdische Viertel in Trebitsch
Im jüdischen Viertel blieben bis heute mehr als 100 Häuser erhalten.

Die verwinkelten Gässchen und gewölbten Durchgänge des jüdischen Viertels bilden eine geheimnisvolle Atmosphäre. Einen Besuch wert sind viele Museen und Galerien. Der jüdische Friedhof mit 3.000 Grabsteinen gilt als einer der größten und am besten erhaltenen Friedhöfen des Landes.

Aktivitäten in Třebíč

Die reizvolle Umgebung von Trebitsch wird vor allem Naturliebhaber begeistern. Nur ein paar Kilometer nördlich der Stadt gibt es den großen Naturpark Třebíčsko. Durch Trebitsch sowie durch das Naturresevat führt der beliebte Radweg Jihlava (dt. Iglau) – Třebíč (dt. Trebitsch) – Raabs an der Thaya. Auf dem 130 Kilometer langen Weg kann man neben dem Park Třebíčsko auch die prächtigen Schlösser in Jaromĕřice (dt. Jarmerit), Moravské Budĕjovice (dt. Mährisch Budwitz), Jemnice (dt. Jamnitz) und in Raab an der Thaya entdecken.

Unterkünfte in Třebíč

Třebíč ist eine mittelgroße Stadt mit einem guten Angebot an Unterkünften. Neben Ferienhäusern und Ferienwohnungen gibt es auch einige familiäre Pensionen und Hotels in Třebíč.

 

Fotos:

Blick über Trebitsch von Nostrifikator, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons
Tyrš‘ garden“ in Trebitsch von Nostrifikator, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons
Eingang zum jüdischen Viertel in Trebitsch von Christof Halbe – Eigenes Werk, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons
St.-Prokop-Basilika von Jitka Erbenová, Wikipedie, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons
Das jüdische Viertel von Luboš Holič, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons